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Hedwig

Chaoskönigin

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21

Dienstag, 9. März 2010, 14:19

Uff, das ist ein sehr sehr schwieriges Thema. Gleich vorne weg, einzigste war auch mal ein Wort das ich gerne falsch geschrieben habe. Bis Wind es mir mal sagte, seit dem versuche ich mich eigentlich immer dran zu halten einzige zu schreiben. Wobei es mittlerweile wirklich so ist, das die Generationen verdummen. Das sagen die Statistiken, die Noten in den Schulen, die Ausbildungsbetriebe die keine Lehrlinge finden und und und. Ursachen dafür gibt es sicher etliche, aber ich hab jetzt nicht die Muße (schreibt man das so?) darüber zu diskutieren.

Ich persönlich mache auch einige Fehler und das obwohl ich in Deutsch immer eine Einser Schülerin war. und wenn ich das hier lese:

Zitat

Womit ich sehr kämpfe, ist die Vernachlässigung des Genetiv und die "würde"-volle Umschreibung des Konjunktiv.
Aber damit stehe ich wohl langsam auf verlorenem Posten


Öhm, ja... *kratzt sich am Kopf* Ich halte mich nicht für dumm und bin es auch nicht aber kein normal sterblicher macht sich beim schreiben über sowas Gedanken, oder?

Ganz ehrlich, wenn ich etwas schreibe oder lese, dann muss mein Gefühl mir sagen das es richtig ist, es muss richtig klingen. Ich machte, werde und würde mir niemals darüber Gedanken machen welche Zeitform das nun ist und in welcher es eigentlich sein müsste solange es richtig klingt. Wenn ich in einer FanFiction einen Fehler mache, so mag man mich darauf hinweisen ansonsten sollte man sich auch nicht darüber beschweren. (Wer nicht wählen war, darf sich auch nicht über Politiker beschweren)

Allerdings muss man wohl auch sagen das "Mundart" enorm zum Fehlen von Grammatik und Rechtschreibung beiträgt. Ich selbst erwische mich neuerdings immer wieder wie ich meinen Sohn (4 Jahjre) verbesser weil er statt "sagt" "sachst" sagt (O.o) oder ähnliches.
Signatur von »Hedwig« Ich bin ein Niemand. Niemand ist perfekt. Ergo: Ich bin perfekt!

Goose-Aufgaben: Oneshot mit Akronym für Sayu
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22

Dienstag, 9. März 2010, 17:03

Ich muss davon ausgehen, dass der Thread ursprünglich doch als – ich sag’s mal grob – „Motz-Thread“ eröffnet wurde, wenn schon Fehler aus verlegten (und ich meine nicht „abhandengekommenen“) ;) Büchern als Beispiel genannt werden. In einem Forum, in welchem Fanfiction-Autoren unterwegs sind, kann das ein bisschen irritieren.

Anstatt verzweifelte Hilferufe auszustoßen, könnte man besser Hilfestellung leisten. Auf diese Weise habe auch ich gelernt. Die Fehler „einzigster“, „Gesichtszüge entgleiten“ und „wohlgesonnen“ habe ich alle anfangs selbst gemacht. Man lernt viel besser, wenn die Atmosphäre in einem Forum gemütlich ist, der Tonfall nett. Daher mein angeführtes Beispiel, wie man „einzigster“ erklären könnte. Häufig gemachte Fehler, die einen stören, kann man auf diese Weise ansprechen und gleichzeitig auf freundliche Art und Weise klarstellen.

In dem anderen Forum, wo ich der Diskussion den Rücken gekehrt habe, nannten viele Autoren nicht nur Fehler, sondern auch ganz persönliche Hass-Worte, die zwar laut Duden vollkommen korrekt waren, für diese User aber einen Grund darstellten, eine Geschichte nicht weiterzulesen. Das ist reine Geschmackssache.

Ich möchte an dieser Stelle gern etwas verbessern:

„Er bedeutete mir …“ ist doch nicht veraltet. Ich habe noch mal im Duden (Nr. 9 „Richtiges und gutes Deutsch“) nachgeschlagen und musste feststellen, dass ich beim ersten Mal wohl in die falsche Zeile gerutscht bin. Zitat aus dem Duden Nr. 9: „Im Sinne von ‚zu verstehen geben‘ steht bedeuten mit dem Dativ: Er bedeutete mir zu schweigen.“
Veraltet ist jedoch, das wird im Duden auch so erwähnt, die Form in Verbindung mit dem Akkusativ, wenn „bedeuten“ für „belehren“ steht. Das ist definitiv veraltet. Beispiel: „Jedenfalls will er mich dahin bedeuten, die Myrte sei ein Opferschmuck …“ (Zitat von Thomas Mann).

Ob sich jemand berufen fühlt oder nicht – jeder darf unabhängig von der Qualität seiner Texte alles online stellen, sofern es nicht gegen das Gesetz oder die Regeln der FF-Plattform verstößt. Gleiches Recht für alle. Der Leser hat dafür die freie Wahl. Respektlos wäre es erst, wenn Leser dazu gezwungen wären, Geschichten lesen zu müssen, die ihnen absolut nicht gefallen, was zum Glück nicht möglich ist. Beratungs- und kritikresistente Hobbyautoren kenne ich auch zur Genüge. Mich stört es nicht, dass es sie gibt, dass sie ihren Stil nicht ändern möchten und dass sie ihre Geschichten veröffentlichen. Ich kann akzeptieren, dass solche Leute im Fanfiction-Bereich unterwegs sind. Mir ist auch bewusst, dass andere sich an diesen Unverbesserlichen enorm stören, obwohl ich es nicht recht verstehen kann. Was interessiert mich das Treiben uneinsichtiger Autoren? Die Hauptsache ist doch, dass man es selbst richtig machen möchte. Ich fühle mich jedenfalls nicht für andere verantwortlich, und fremdschämen kommt schon gar nicht infrage. Ich muss nur mit dem zufrieden sein, was ich selbst produziere.

Öhm, ja... *kratzt sich am Kopf* Ich halte mich nicht für dumm und bin es auch nicht aber kein normal sterblicher macht sich beim schreiben über sowas Gedanken, oder?

Ganz ehrlich, wenn ich etwas schreibe oder lese, dann muss mein Gefühl mir sagen das es richtig ist, es muss richtig klingen. Ich machte, werde und würde mir niemals darüber Gedanken machen welche Zeitform das nun ist und in welcher es eigentlich sein müsste solange es richtig klingt.

Das geht mir ganz genauso. Ich komme ja schon ins Schleudern, wenn Fachbegriffe aus der Grammatik auftauchen. Da verstehe ich oft nur „Gleis 9¾“. Wie die Zeitformen heißen ist mir z.B. viel zu trocken. Wenn es richtig klingt, wenn keine Stolpersteine im Satz stehen, dann bin ich zufrieden, was nicht heißt, dass ich fehlerlos schreibe.
Hedwigs Beispiel bezüglich der Mundart kann ich bestätigen. In Berlin bin ich mit Sätzen aufgewachsen wie „Komm zu die Tante.“ oder „Jieb det her, sonst jieb et wat uff’n Hintern.“. Wir haben hier sogar ein stimmloses „r“, nicht wah‘? Ein Messer wird zum Messa und der bekannte, letzte Satz aus HP7 würde heißen: „Allet wa’ jut.“

Schöne Jrüße aus Berlin,
Muggelchen ^^
Signatur von »Muggelchen«
»Jeder ist überzeugt, er könne Bücher kritisieren, nur weil er lesen und schreiben gelernt hat.«
William Somerset Maugham (* 25. Januar 1874; † 16. Dezember 1965) – englischer Dramatiker, Schriftsteller, Arzt und Geheimagent

23

Dienstag, 9. März 2010, 19:20

Wobei mir hierzu ein Gegenbeispiel einfällt, dass typisch österreichisch ist: Joghurt. Wir sprechen JoKurt, wodurch zwei Rechtschreibfehler schon vorprogrammiert sind. In Deutschland sagt man JoGGurt. Damit kann grundsätzlich nur noch das "h" vergessen werden ;-)
Wo ist das typisch österreichisch? Bei uns in der Gegend (Ost-NRW) sagt man auch "Jokurt", neben "Jog-kurt" - gibt ja auch einen Witz darüber, genau wegen dieser Aussprache. Und was Aussprache versus Schreibweise angeht, da gibt es viele Beispiele. Wir sagen auch "er ist wech" statt "er ist weg". Und allein schon der Unterschied in der Aussprache zwischen "weg" und "Weg" müsste zu Verwirrungen führen. Da muss man nicht einmal einen Joghurt anbringen.
Aber nicht nur, dass Satzbau, Zeitformen und Aussprache unsauber gesprochen werden. "Da hätt ich gern mehr von", "da sag ich nix zu".... 8| , wird es genau so in diversen Foren geschrieben. Ich meine damit nicht den allseitsbeliebten Chat, wo es verdammt schnell gehen muss uns sowieso keiner genau weiss, ob es ein Tippfehler oder Unwissenheit ist. Ich habe Ende der 80er im IRC oft parallel in 5 Channels und 15 Querries geplaudert.
Chatsprache ist praktisch eine geschriebene Umgangssprache. Ich sage im alltäglichen Gespräch auch "Da hamma aber Glück gehabt". Im Alltag, auf der Straße, achtet niemand übergenau darauf, ob es grammatikalisch korrektes Hochdeutsch ist. Deshalb nennt man so etwas Umgangs- und Alltagssprache. Wenn ich eine Diskussion führe, dann ist es nicht ungewöhnlich, dass ich hier und da auch in Alltagssprache abrutsche. Solange es nicht noch weiter abrutscht, finde ich das nicht einmal zu problematisch. Ich sehe nämlich auch noch einmal einen Unterschied darin, ob ich "hier" (in einem Forum in einer Diskussion) schreibe oder in einer Geschichte. Je nachdem, was man schreibt, benutzt man eine andere Sprache. Für eine Geschichte benutze ich "anderes" Deutsch als für eine Interpretation - und beides ist größtenteils Hochdeutsch.
add bedeuten:
Sehr viele Worte erfahren mit der Zeit eine Veränderung hin zu besserem, schlechterem oder völlig anderem Sinnverständnis.
z.b. hiess Weib früher einfach nur verheiratete Frau und eine Jungfer/Jungfrau war unverheiratet.
Spielt also ein Roman in der passend historischen Zeit und der Autor verwendet im Dialog "Weib", werde ich es als Bereicherung empfinden.
Schreibt er aber im Text Weib, wird es mich stören.
In dem Fall wäre es aber im Text selbst nicht vollkommen unangebracht. Wenn es in einer Zeit spielt, in der ein Weib einfach jede verheiratete Frau ist, und man es zumindest einmal so angedeutet hat, dann wäre es für mich vollkommen in Ordnung, wenn im Text Weib als Beschreibung auftaucht.
Und "bedeuten" hat noch immer die Bedeutung, genau wie "gemein" immer noch "gewöhnlich" heißt - es ist nur auf bestimmte Wendungen beschränkt. Wenn ich sage "du bist gemein" ist die Bedeutung klar eine andere, als wenn ich sage "das gemeine Volk". Ich weiß ja nicht, ob ich jetzt zuviel von der Welt erwarte, aber solche Unterschiede setze ich persönlich einfach als gegeben und bekannt voraus.
"Was ficht dich an", in alten Büchern oft verwendet, zöge wohl einige verwunderte Blicke nachsich.
"Der junge Mann harrt meiner", als Erklärung warum ein Bursche vor der Tanzschule herumsteht, konnte mein damaliger Tanzlehrer auch nicht verstehen.
Ersteres würde ich ohne weiteres verstehen und hinnehmen, zweiteres würde ich schon ein wenig überdenken - einfach, weil ich "harren" hauptsächlich als "ausharren" kenne, oder eben in dem feststehenden Ausdruck "Harren wir der Dinge, die da kommen". Aber ich könnte mir die Bedeutung ohne weiteres herleiten. Dennoch, ich würde so etwas keinesfalls sagen und beim Schreiben würde ich es nur dann gebrauchen, wenn es wirklich in die Umgebung passt (historisch/charakterlich).
„Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor." ist ein sehr schönes Beispiel dafür, dass manchens früher richtig und heute falsch ist.
Ebenso wird wohl kein Deutschlehrer darauf einsteigen, wenn in Rechtschreibfehler damit begründet werden, dass man das so bei Luther gelesen hätte.
Nun, wenn du es zitierst, ist es nicht falsch. Gleichzeitig musst du bedenken, dass wir ja eine wundervolle neue Rechtschreibung haben, durch die scheinbar niemand mehr bei vielen Dingen weiß, wie es richtig geschrieben wird, vor allem, da hier und da zwei Sachen richtig sind, die Regeln Dinge geändert haben, so dass sie nur noch unlogisch sind etc. Falls es solche Fehler sind, würde ich das teilweise vermutlich einfach hinnehmen, einfach, weil es teilweise ein Durcheinader sondergleichen ergeben hat.
Und wenn man Luther liest, dann sollte man vermutlich damit rechnen, dass einige Wörter anders geschrieben werden könnten und werden.
"Bedeuten" im Sinne von "anzeigen", "hinweisen" ist veraltet und deswegen stört es mich, wenn ich es in einem modernen Kontext auf jeder dritten Seite eines Buches lese. Wobei hier jetzt noch zusätzlich die Wortwiederholung ist Spiel kommt, die wir schon besprochen haben.
Wortwiederholung ist das eine, eine veraltete Bedeutung eine andere. Wie oben erwähnt, in bestimmten Wendungen existiert es eben noch und darauf sollte man sich einstellen.

Uff, das ist ein sehr sehr schwieriges Thema. Gleich vorne weg, einzigste war auch mal ein Wort das ich gerne falsch geschrieben habe. (...) Allerdings muss man wohl auch sagen das "Mundart" enorm zum Fehlen von Grammatik und Rechtschreibung beiträgt. Ich selbst erwische mich neuerdings immer wieder wie ich meinen Sohn (4 Jahjre) verbesser weil er statt "sagt" "sachst" sagt (O.o) oder ähnliches.
Ich habe das auch ;) "einzigster", "nach xy gehen" - und immer die Korrektur, man könne einzig nicht steigern, wenn man nach einem geht, dann verfolgt man den praktisch...
Einerseits kann Mundart zu Fehlern führen, andererseits ist es in einigen Fällen eine Vereinfachung der Sprache. Und ihr werdet jetzt vielleicht lachen, aber bei unserer Alltagssprache gibt es definitive Regeln zur Aussprache - welche Konsonanten weicher werden und welche härter, welche Wörter zusammengezogen werden... wenn man auch nur ein klein wenig darauf achtet, was man sagt, kann man ziemlich genau herausfinden, wie etwas eigentlich geschrieben wird.

Ganz ehrlich, wenn ich etwas schreibe oder lese, dann muss mein Gefühl mir sagen das es richtig ist, es muss richtig klingen. Ich machte, werde und würde mir niemals darüber Gedanken machen welche Zeitform das nun ist und in welcher es eigentlich sein müsste solange es richtig klingt. Wenn ich in einer FanFiction einen Fehler mache, so mag man mich darauf hinweisen ansonsten sollte man sich auch nicht darüber beschweren. (Wer nicht wählen war, darf sich auch nicht über Politiker beschweren)
Dem stimme ich absolut zu. Das ist bei mir nicht nur im Deutschen so, das ist auch in allen Fremdsprachen, die ich lerne. Wenn es sich richtig anfühlt, dann schreibe ich es, egal, ob ich jetzt genau darauf achte, ob die Grammatik korrekt ist oder nicht. Sobald man einmal in der Sprache drin ist, entwickelt man automatisch ein gewisses Gefühl dafür, was richtig klingt und was falsch. Ich setze mich nicht vor eine Geschichte und überlege, ob ich sie jetzt mit dem Perfekt oder Imperfekt (oder, wie es ja im Deutschen heißt: Präteritum) schreibe, wo ich ein Plusquamperfekt einbauen muss und ob ich jetzt den richtigen Modus verwendet habe.

Ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht um Kopf und Kragen geredet...

LG,
Se.Ka.Ya.
Signatur von »Se.Ka.Ya.«
"Nach dem Philosophen Ly Schwatzmaul findet man immer dort besonders viel Chaos, wo man nach Ordnung sucht. Das Chaos besiegt die Ordnung, weil es besser organisiert ist."
(Terry Pratchett)


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